Zahl der Gefängnisinsassen während der Pandemie merklich gesunken

Rückgang um rund zehn Prozent

Zahl der Gefängnisinsassen während der Pandemie merklich gesunken

Mainz (dpa/lrs) - Die Zahl der Gefangenen in Rheinland-Pfalz ist in Corona-Zeiten merklich gesunken. 2019 waren die Gefängnisse mit durchschnittlich 3112 Häftlingen belegt, wie das Justizministerium in Mainz der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. 2020 waren es noch 2896 Gefangene und im Jahr 2021 lediglich 2805 Häftlinge. «Die Zahlen in den beiden vergangenen Jahren dürften in weiten Teilen unter dem Einfluss der Corona-Krise gestanden haben», hieß es weiter. Bei sogenannten Ersatzfreiheitsstrafen für Männer und Frauen, die eine Geldstrafe nicht zahlen können, wurde in vielen Fällen ein Aufschub der Vollstreckung angeordnet, wie das Ministerium erklärte. Die Haftanstalten sollten in der Pandemie mit hoher Ansteckungsgefahr nicht zu voll werden. Für Männer sei dieser Aufschub inzwischen vorbei, «was die Belegungszahlen zum Steigen bringt». Bei Frauen mit einer Strafe von weniger als 60 Tagessätzen dagegen sei die Vollstreckung noch ausgesetzt, teilte das Justizministerium mit. Zur Verminderung des Infektionsrisikos müssten neue Gefangene auch immer noch zunächst in Isoliertabteilungen der Gefängnisse untergebracht werden. Wie auch bundesweit sind die Frauen hinter Gittern in Rheinland-Pfalz in der auffälligen Minderzahl: 2021 waren laut Justizministerium nur 205 der 2805 Häftlinge weiblich. In der Kriminologie, also der Lehre vom Verbrechen, finden sich unterschiedliche Erklärungsversuche für diesen Frauenanteil oft deutlich unter zehn Prozent. Forscher argumentieren etwa mit hormonellen oder gesellschaftlichen Prägungen - oder mit mehr Sichtbarkeit der Straftaten von Männern. Eine 100-prozentig gesicherte und allseits akzeptierte Erklärung gibt es nicht.

Foto: Harald Tittel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Datum: 05.05.2022
Rubrik: Vermischtes
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