Grundsteuer B steigt in Rheinland-Pfalz historisch stark

Niedrige Steuer bei Biontech-Standorten

Grundsteuer B steigt in Rheinland-Pfalz historisch stark

Bad Ems/Mainz (dpa/lrs) - Die für Bauimmobilien maßgebliche Grundsteuer B steigt in Rheinland-Pfalz landesweit historisch stark. An Standorten des Impfstoffherstellers Biontech sinkt unterdessen die Steuerlast für Unternehmen.

2022 erhöht sich der landesdurchschnittliche Hebesatz der Grundsteuer B voraussichtlich um 15 Prozentpunkte, wie das Statistische Landesamt in Bad Ems am Freitag mitteilte. Einen stärkeren absoluten Anstieg habe es landesweit noch nie gemessen.

Der Bund der Steuerzahler erklärte zur Grundsteuer B nach seiner Befragung der 50 größten Kommunen in Rheinland-Pfalz: «Während Neuwied mit 610 Prozent der negative Spitzenreiter ist, haben mittlerweile insgesamt acht weitere Kommunen ihren Hebesatz auf über 500 Prozent angehoben.» Das seien Trier, Worms, Frankenthal, Mayen, Ludwigshafen, Kaiserslautern, Pirmasens und Neustadt an der Weinstraße. Am günstigsten sei hier mit 80 Prozent Ingelheim, Hauptsitz des Pharmaunternehmens Boehringer-Ingelheim, sowie mit 290 Prozent der Biontech-Standort Idar-Oberstein. Idar-Oberstein hat den Angaben zufolge sowohl die Grundsteuer B als auch die Gewerbesteuer deutlich gesenkt.

Bei der Gewerbesteuer senkt die Landeshauptstadt mit dem Hauptsitz von Biontech laut Statistischem Landesamt ihren Hebesatz um 130 Punkte auf 310 Prozent: «Aufgrund der herausragenden Einnahmesituation von Mainz wirkt sich diese Reduzierung spürbar auf den Durchschnitt aller kreisfreien Städte und sogar auf den landesweiten Durchschnitt aus.»

Der Bund der Steuerzahler erklärte zu den Hebesätzen der Gewerbesteuer im Land: «Ganz vorne liegt Betzdorf mit 450 Prozent. Es folgen Trier (430 Prozent) und Ludwigshafen (425 Prozent).» Zu den «gewerbefreundlichsten Kommunen» zähle neben Ingelheim und Mainz auch Idar-Oberstein mit 310 Prozent.

Datum: 14.05.2022
Rubrik: Wirtschaft
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